Iran – ein Märchen aus 1001 Nacht

 

„Was, du reist in den Iran? Das ist doch gefährlich! Was willst du denn da?“ Solche und ähnliche Fragen musste sich jeder unserer Reiseteilnehmer unserer Gruppenreise in den Iran vom 11. – 18. März 2015 stellen lassen. Die Darstellung in den Medien ist überwiegend negativ: ein Land, das von Mullahs regiert wird, in dem sich die Frauen schwarz kleiden und komplett verschleiern, in dem der Islam das öffentliche Leben bestimmt und der Konsum von Alkohol nicht gestattet ist. Eigentlich kein attraktives Reiseziel! Und doch: die Financial Times zählt den Iran zu den attraktivsten Reiseländern der Welt.  Der Iran, das ehemalige Persien, ist (noch) eines der wenigen unbekannten Reiseziele unserer Welt, die auch Vielreisende noch überraschen können. Eines schon vorweg: unsere Erwartungen wurden übertroffen und jeder ist begeistert.

Unsere Reiseroute führte uns vom Süden in den Norden des Landes, von frühen persischen Weltreichen bis hin zur Moderne, von kargen Wüstenstädten bis zum mächtigen Elburz-Gebirge. Mit Turkish Airlines flogen wir via Istanbul nach Shiraz, die Stadt der Rosen, Dichter und Nachtigallen. Shiraz ist aber auch die Stadt der Dichter, da die beliebten Dichter Hafez und Saadi hier begraben sind. Sie erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit, jeder Iraner hat ein Exemplar der wichtigsten Werke im Bücherregal stehen. Am Grabmal von Hafez tummeln sich viele Besucher, die ehrfürchtig das Denkmal berühren oder sich Gedichte vorlesen.

Höhepunkt der Besichtigungen in Shiraz ist der Besuch von Persepolis, die bereits 512 v.Chr. von König Darius I. gegründete Repräsentationsstadt des riesigen Achämeniden-Reiches.

Von Shiraz aus reisten wir weiter in die Wüstenstadt Yazd. Gelegen zwischen Salz- und Sandwüsten und großen Gebirgsketten konnten sich dort nur durch architektonische Meisterleistungen schon früh Menschen ansiedeln. Beispiele sind die Windtürme und die jahrhundertealten Wasserrohrsysteme, die das kostenbare Nass aus den Bergen in die Stadt leiten. Yazd ist die Stadt des Zoroastrismus, einer monotheistischen Religion, die 900 v. Chr. von Zarathustra gegründet wurde. Am Stadtrand befinden sich auch die „Türme des Schweigens“; bis 1970 wurden hier die Toten den Geiern überlassen. So wurde die heilige Erde nicht verunreinigt.

Isfahan – eine der schönsten Städte der Welt – versprach ein besonderes Highlight der Reise zu werden. Neben dem sogenannten 40-Säulen-Palast mit seinen prächtig verzierten Wandmalereien, der Jame-Moschee, der armenischen Vank-Kathedrale, der zweistöckigen Khaju-Brücke konzentrierten wir uns hauptsächlich auf den Imam-Platz, dem zweitgrößten Platz der Welt nach dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und von den Einheimischen gerne als „Abbild des Himmels“ bezeichnet. Ehemals für Polo-Spiele genutzt, reihen sich heute rund um den Platz kleine Geschäfte des Bazars. Dominiert jedoch wird er von der prachtvollen Imam-Moschee. Ihre Architektur, die kunstvoll bemalten Fliesen und prächtigen Mosaiken hinterlassen einen tiefen Eindruck. Nach all den Besichtigungen erwartete uns nun das Getümmel des riesigen Bazars. Gold in allen Formen und Varianten, handbedruckte Tischdecken, mit Katzenhaar filigran gemalte Miniaturmalereien laden zum Feilschen und Staunen ein. Hier findet jeder ein passendes Souvenir.

Weiter geht es in die moderne Hauptstadt Teheran, die auf bis zu 1700 m Hohe an den Hängen des gewaltigen Elbruz-Gebirges liegt. Mehr als 12 Mio. Einwohner sorgen hier für das tägliche Verkehrschaos. Die bis 1979 regierende Pahlevi-Shah Familie baute hier ihre prächtigen Paläste. Wir besuchten den Golestan-Palast, in dem sich Reza Shah Pahlavi 1925 und Mohammed Reza Shah 1967 krönen ließen. In einem unscheinbaren Gebäude der Zentralbank befindet sich eine der größten und wertvollsten Schatzkammern der Welt. Hier glitzern die Kronjuwelen der ehemaligen persischen Königsfamilien um die Wette. Das Nationalmuseum beherbergt das Archäologische Museum mit Exponaten von unschätzbarem Wert, wie z.B. Teöe der Original-Reliefs aus Persepolis.

Innerhalb kürzester Zeit zog uns die reiche persische Kultur, die Geschichten über das aktuelle Alltagsleben und der einzigartige Zauber Persiens in ihren Bann. Ständig schalt einem ein freundliches „Welcome to Iran“ mit einem freundlichen Lachen entgegen. Immer wieder wird man gefragt, woher man komme und wie man heisse. Wir fotografierten die sehr hübschen und immer schick angezogenen Iranerinnen und Iraner, und wurden im Gegenzug als die seltsam anzuschauenden Touristen abgelichtet.

Die strengen Bekleidungsvorschriften wie z.B. keine kurzen Hosen, nackte Füße und lässige Kleidung für Männer, Kopftuch, keine enganliegende Kleidung und lange Arme für Frauen sind im Vorfeld abschreckend. Aber im Land merkt man die neue Offenheit des Irans, die Kopftücher rutschen auch bei den Einheimischen weit nach hinten, die Kleidung der jungen Frauen wird figurbetonter.  Für uns Besucher ist es zwar ungewohnt, aber nach ein paar Tagen merkt man es nicht mehr. Als Reisender sollte man die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen und respektieren. Dann ist uns auch der Respekt unserer Gastgeber sicher.

Mein Tipp: der Iran ist ein Land mit Besonderheiten. Dafür erwartet den Reisenden aber eine absolut authentische Welt, jahrtausendalte Kultur und eine bisher noch nie erlebte Gastfreundschaft. Aktuell öffnet sich das Land langsam für Besucher. Noch hält sich der mit Touristenstrom in Grenzen. Nutzen Sie die Chance und erleben Sie das Trendreiseziel 2015 mit eigenen Augen.

Wegen des großen Interesses planen wir nochmal eine Reise vom 14. – 22. Mai 2016. Sichern Sie sich Ihren Platz und erleben Sie dieses faszinierende Land hautnah.